BACHOFEN,J.J.(1815-1887), Das Mutterrecht. 2. Aufl., Basel 1897.

BACHOFEN, Johann Jakob (1815-1887), Das Mutterrecht. Eine Untersuchung über die Gynaikokratie der alten Welt nach ihrer religiösen und rechtlichen Natur. Zweite unveränderte Auflage. Basel, Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1897. 4to. (Reprint Vico Verlag, Frankfurt am Main 2014) Titelblatt mit Vignette, XL, 440 S. mit 8 Steindruck-Tafeln. Halbleinen. Bestellnr.: Sav-66 ISBN 3-936840-90-3 lieferbar / available

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Johann Jacob Bachofen, Richter, Romanist und Altertumsforscher, studierte zunächst in Berlin Philosophie und Geschichte, bis Friedrich Carl von Savigny persönlich ihn dazu überredete, sich der Rechtsgeschichte und dem Römischen Recht zuzuwenden. Bachofen wurde Romanist und erhielt nach seinem Rechtsstudium einen Lehrstuhl für römisches Recht an der Universität Basel und publizierte auch kleinere Publikationen zum Ius Romanum. Den Lehrstuhl gab Bachofen jedoch auf, um sich ganz seinem großen Werk zu widmen, mit dem er für immer seinen literarischen Ruhm sicherte. Ausgangspunkt auch hier war das Ius Romanum, das Bachofen als einen Ausdruck einer organisch gewachsenen, religiös-politischen Kultur gesehen hat. Mit dieser Auffassung vom Recht als Kulturwissenschaft förderte er intensiv die vergleichende Rechtswissenschaft. Im Jahre 1856 stellte Bachofen erstmals seinen Plan öffentlich vor: ?Über das Weiberrecht“, fünf Jahre später edierte er erstmals das Mutterrecht. Savigny selbst verfolgte das Entstehen des Werkes mit Interesse, hat mehrfach sich die Ideen vorstellen lassen, war aber doch distanziert, als das Buch schließlich erschien. Vieles erschien ihm zu intuitiv, zu wenig wissenschaftlich. Zu Lebzeiten hat nur Joseph Kohler das Werk anerkannt, jedoch wuchs die Bedeutung und Anerkennung von Autor und Werk später enorm. Im Jahre 1920 wurde das Einzigartige an diesem grandiosen Werk von C. A. Bernouilli herausgearbeitet. Der zugrundeliegende Gedanke, den Bachofen verfolgte, war die These, daß die Entwicklungsstufen der zivilisierten Welt sich von der weiblichen Herrschaftsstruktur hin zur männlichen entwickelte.

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