NOVELLAE Constitutiones – Ausgabe Basel 1561: ed. Agylaeus.

NOVELLAE Constitutiones - Ausgabe Basel 1561: ed. Agylaeus.

NOVELLAE Constitutiones, IUSTINIANI Principis Novellae Constitutiones latine ex Gregorii Haloandri et Henrici Agylaei interpretatione, ad grecum Scrimgeri exemplar, nunc primum edite. Quibus suis locis interferitur, quicquid vetus versio amplius habet, atque proximis editionibus ex vetustis libris ac Iuliani Epitome aspersum est. In qua editione Henrici Agylaei opera diligentem tum variarum lectionum annotationem, tum Haloandrice versionis castigationem invenire est. Item, Eiusdem Iustiniani EDICTA, Iustini, Tiberii, Leonis Philosophi Constitutiones: una Zenonis, quae ad titulum Codicis De privatis aedificiis pertinet: Henrico AGYLAEO interprete. Postremo, Canones sanctorum Apostolorum per Clementem in unum congesti, Gregorio Haloandro interprete. Basel, Per Ioannem Hervagium, 1561, März. Oktav. (Reprint Vico Verlag, Frankfurt am Main 2013) Titelblatt, (32), 598, (2) S. Halbleinen. Order-no.: IC-108 ISBN 978-3-940176-41-7 lieferbar / available

185,00

Order Number: 24375AB

ERSTE Ausgabe der lateinischen Übersetzung sämtlicher Novellen im Corpus Juris Civilis, auch vorhanden in der Privatbibliothek von Savigny, eine sehr seltene Edition der übersetzen Novellen. Biener 90; Spangenberg 242. Der letzte Teil des Corpus iuris civilis wird Novellen genannt, sie bezeichnen die später von Justinian erlassenen Gestze, die dem Corpus iuris angefügt wurden. In der Überlieferungstradition handelt es sich um zwei Teile. Einerseit die 168 zumeist griechischen Novellen Justinians. Und deren lateinische, 134 Stücke enthaltende spätantike Übersetzung andrerseits, welche schon bei IRNERIUS “liber authenticorum”, heute meist “Authenticum” genannt werden. Von der griechischen Sammlung legte Halaonder in seiner Ausgabe Nürnberg 1531 als erster 137 Novellen in griechischer und lateinsicher Sprache vor, nicht parallel, sondern hintereinander gedruckt. Nach Haloander plante Georg Tanner (um 1520-nach 1580) eine umfangreichere Novellenedition, die aber scheiterte, weil die Druckerverleger nicht den Mut hatten oder auch weil Bonifacius Amerbach das Manuskript liegen und veralten ließen. Auch Antonio Augustín hatte eine umfangreiche Novellenedition (in Paris?) vorbereitet, die nicht zum Drucke kam. Im Jahre 1558 erschien vermutlich in Genf die gedruckte Edition der 143 Novellae Scrimgerianae (vgl. Biener, Geschichte der Novellen, 367ff.). Die Sammlung von Heinrich Scrimger (scrimgeour, 1506-1572) enthielt erstmals die 13 sog. justinianischen Edikte, die Novellen Leos des Weisen und Novellen der Kaiser Justin und Tiberius Diese Stücke wurden, zum mindestens in einer von Heinrich AGYLAEUS (1533-1595) angefertigten Übersetzung, im Laufe der Zeit ausnahmslos Bestandteile des Corpus iuris civilis. Aus der Vorrede wird deutlich, daß der eigentliche Verfasser Agylaeus ist, was in der rechtshistorischen Literatur gelegentlich (aber fälschlicherweise) bezweifelt wird. Agylaeus berichtet, daß die Novellenausgabe von Haloander einen enormen Schub für die Forschung und Textrestitution gegeben habe. Zunächst war man jedoch sehr zögerlich, wie etwa die Lyoneser Ausgabe von 1541 und 1545 bezeugen. Dann habe, so Agylaeus, die Edition der Litera Florentina alles in den Schatten gestellt und es sei eine lange Zeit des Stillstands eingetreten, bis Scrimger die giechischen Novellen insgesamt ediert habe: ab Henrico Scrimgero in publicum usum productum. Jedoch habe Scrimger nur den griechischen Text ediert, eine Übersetzung habe nunmehr gefehlt. Daß er dabei den Halaonder in seiner Übersetzung öfters getadelt habe, solle auf keinen Fall so verstanden werden, als ob er dessen herausragende Leistung mindern wolle. Oftmals habe Haloander neu übersetzt, anstatt den Text der Vulgata zu verbessern.

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