ALCIAT,A.(1492-1550), Emblemata, Padua 1621: Tozzi-Ausgabe.

ALCIAT, Andreas, EMBLEMATA/ cum Commentariis amplissimis. EMBLEMATA/ CUM COMMENTARIIS/ CLAUDII MINOIS I. C. FRANCISCI SANCTII BROCENSIS/ et NOTIS/ LAURENTII PIGNORII PTAVINI./ Novissima hac editione in continuam unius Commentarii seriem congestis, in certas quas-/ dam quasi Classes dispositis, et plusquam dimidia parte auctis./ OPERA ET VIGILIIS/ IOANNIS THULII MARIAEMONTANI TIROL./... Padua (Patavii), Apud Petrum Paulum Tozzium, 1621. Quart. 502 Bll.= 1004 S Halbleinen.

320,00

Bestellnummer: 19978AB

Erste Nachricht von den Emblamata teilte Alciat selbst im Jahre 1522 mit: libellum composui epigrammaton, cui titulum feci Emblemata. Irrtümlich wurde eine frühe Emblamata-Edition von 1522 daraus gefolgert, die in die große Bibiographie von Henry Green aufgenommen und seitdem immer wieder aufgegriffen wurde. Der Druck ist aber nicht erfolgt. Bei Alciat nichts Ungewöhnliches, der eine reihe von Werken als druckfertig bezeichnet, sie als solche in seinen Briefen auch erwähnt, jedoch erst Jahre später erschienen sind. Alciats Bemerkung „Eas edere in animo habeo“ ist offenkundig als zeitgleicher oder zeitnaher Druck missverstanden worden. Das erste Mal erschienen die Emblemata in Augsburg 1531, ein Druck, mit dem Alciat sehr unzufrieden war. 1534 erschien die nächste Ausgabe und wurde zu einem außerordentlich erfolgreichen Werk in Europa. Alciat vermehrte die Emblemata stetig. Die editio princeps wies 96 Holzschnitten und die letzte zu Lebzeiten Alciats, erschienen bei Roville in Lyon 1550, entheilt 211 Holzschnitten. Die vollständigste Ausgabe ist jedoch die Tozzi-Ausgabe mit 212 Emblemata, in der sich auch das oftmals unterdrückte Emblem „Adversus naturam peccantes“ befindet, das ansonsten nur in der Venezianischen Ausgabe von 1546 abgedruckt war. Ein Emblem setzt sich aus drei Teilen zusammen: ein Motto bzw. ein Sinnspruch, der möglichst kurz sein sollte, und der zu dem darunter gesetzten Bild als Holzschnitt einen Widerspruch, also ein Rätsel ergibt. Unter beiden befindet sich in Versform ein Epigramm mit der Auflösung des vorher erzeugten Rätsels, zumindest enthielt das Epigramm wertvolle Hinweise zur Enträtselung. Alciat hat in schöpferischer Weise eine eigene Literaturgattung geschaffen, das durchaus ankknüpft an sein juristisches Hauptwerk „De verborum significatione“. Dor erläutert Alciat selbst den Zusammenhangt: "...Worte bezeichnen etwas, Dinge werden bezeichnet. Dennoch bezeichnen auch Dinge mitunter etwas, wie die Hieroglkyphica bei Horus und Chaeremion. Zum Zeugnis dessen wir auch ein Büchlein verfasst haben, dessen Tietl Emblemata ist“.

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