Giambattista VICO (23. Juni 1668 – 23. Januar 1744)

Vico als Vorbild und für einen Verlag und Antiquariat als Schutzpatron auszuwählen, hat eine lange Tradition. Über Jahrhunderte schöpfte man aus seinem Denken und seinen Werken Anregung und Energie.

„Vico stand mit seiner genialen Tiefe einsam unter seinen Zeitgenossen, ein Fremdling in seiner Nation, übersehen oder verspottet, wenngleich man ihn jetzt als Nationalbesitz zu vindiciren versucht“, kein geringerer als Friedrich Carl von Savigny urteilt über diesen großen Gelehrten. So gut wie alle haben sich auf Vico berufen: Philosophen, Historiker, Soziologen, Linguisten und in jüngster Zeit sogar die Psychoanalytiker. Unter den Literaten ist James Joyce wohl der berühmteste, der während seines Aufenthalts in Triest Vicos bedeutendste Schrift „Principi di Scienza Nuova“ im Original gelesen hat. Er fand diese Lektüre anregender als die Werke von Freud und Jung. Sogar Karl Marx kannte Vico und sah nach der Lektüre der „Neuen Wissenschaft“ geniale Züge in dem Werk, vor allem aufgrund der These Vicos, gesellschaftliche Konflikte bestimmen wesentlich stärker den Fortgang der Geschichte als die großen Männer ihrer Zeit.

Doch Savigny wertet einen italienischen Kollegen auf, einen Juristen, einen Bewunderer des Ius Romanum. Der Begründer der historischen Rechtsschule weiß sehr wohl um die vielen Missverständnisse wie Anregungen, die aus dem Werke von Vico hervorgegangen sind und noch weiter wuchern. Vico habe auch Gedanken über die Römische Geschichte veröffentlicht: „Aber diese Gedanken sind ähnlich den Blitzen in dunkler Nacht, wodurch der Wanderer mehr verwirrt, als zurecht geführt wird. Durch sie wäre Keiner belehrt worden, der nicht schon auf seinem Wege die Wahrheit gefunden hätte.“

 

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